BTG 9/17

Der freie Wille in der Betreuung (geeignet für Einsteiger)

Referent: Reinhold Spanl

 

Das Thema Willensfreiheit ist oftmals Gegenstand philosophischer Debatten. Für das Betreuungsrecht ist die Tatsache von Bedeutung, dass es Menschen gibt, die in ihrer Willensbildung deutlich unfreier sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das sind z.B., Menschen mit einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung, welche die Realitätswahrnehmung beeinträchtigt oder aufhebt, aber auch Menschen mit einem hirnorganischen Abbauprozess, die früher vorhandene Fähigkeiten verlieren oder weniger Stark auf Veränderungen reagieren können. Der freie Wille des Betroffenen wird im Gesetz und der Rechtsprechung mehrfach gefordert, nicht immer aber mit ein und derselben Bedeutung. Im Seminar erfolgt eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Zugleich werden Wege aufgezeigt, wie der Wille und die Wünsche des Betroffenen zu ermitteln und gesetzeskonform umzusetzen sind.

 

Arbeitsschwerpunkte:

 - Der freie Wille als Grundlage der Geschäftsfähigkeit

 - Feststellung und Folgen der Geschäftsunfähigkeit     

 - Fehlen einer freien Willensbestimmung als Voraussetzung des Einwilligungsvorbehalts  

 - Einordnung der Testier- und Ehefähigkeit

 - Auswirkungen der Geschäftsunfähigkeit im Bereich der elterlichen Sorge

 - Einwilligungsfähigkeit im Bereich Heilbehandlung und Freiheitsentziehung

 - Verfahrensfähigkeit des Betreuten im Betreuungs- und Unterbringungsverfahren

 - Wünsche des Betreuten und Bindung des Betreuers

 

Folgende Gesetzestexte sind mitzubringen: BGB, FamFG

 

Termin: Freitag, 5.Mai 2017

Uhrzeit: 9 Uhr bis 16:30 Uhr (8 Unterrichtsstunden) 

Ort: Nürnberg - Kleecenter